🕑 Letztes Update: 26. April 2025 von Ang. Dr. Ahmad Fulan
✅ Quellen wissenschaftlich geprüft durch Dr. Aydin Yelken
Die Meningokokken-B-Impfung schützt vor gefährlichen Hirnhautentzündungen und Blutvergiftungen durch Meningokokken der Serogruppe B. Wie bei allen Impfungen können auch hier Nebenwirkungen auftreten, die aber meist mild und vorübergehend sind.
Das Wichtigste in Kürze:
- Häufige Nebenwirkungen sind Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle (bei 80-90% der Geimpften).
- Systemische Reaktionen wie Fieber, Reizbarkeit, Appetitlosigkeit und Muskelschmerzen treten bei etwa 15-40% auf.
- Hohes Fieber (über 38,5°C) kommt bei etwa 5-10% der geimpften Kinder vor.
- Die meisten Nebenwirkungen klingen innerhalb von 1-3 Tagen ab.
- Schwere allergische Reaktionen sind extrem selten (weniger als 1 pro 1 Million Impfdosen).
Welche lokalen Reaktionen treten an der Impfstelle auf?
Die häufigsten Nebenwirkungen der Meningokokken-B-Impfung zeigen sich direkt an der Einstichstelle. Etwa 80-90% der Geimpften erleben Schmerzen an der Injektionsstelle, was besonders bei älteren Kindern und Erwachsenen auftritt. Diese Schmerzen können von leichtem Unbehagen bis zu stärkeren Beschwerden reichen, die die Bewegung des Arms vorübergehend einschränken.
Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle sind ebenfalls häufig und treten bei etwa 50-60% der Geimpften auf. Diese lokalen Reaktionen beginnen typischerweise innerhalb von 24 Stunden nach der Impfung und klingen in der Regel innerhalb von 3-5 Tagen wieder ab. Bei manchen Kindern kann sich auch eine tastbare Verhärtung unter der Haut bilden, die mehrere Wochen bestehen kann, aber harmlos ist.
Welche allgemeinen Nebenwirkungen können auftreten?
Neben den lokalen Reaktionen können auch systemische Nebenwirkungen auftreten, die den ganzen Körper betreffen. Fieber ist eine der häufigsten allgemeinen Reaktionen und tritt bei etwa 15-40% der geimpften Kinder auf. Bei gleichzeitiger Gabe mit anderen Impfungen kann die Fieberrate auf bis zu 70% ansteigen. Das Fieber beginnt typischerweise innerhalb von 6 Stunden nach der Impfung und dauert meist nicht länger als 24-48 Stunden.
Weitere häufige systemische Nebenwirkungen sind:
– Reizbarkeit und Unruhe, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern (30-60%)
– Ungewöhnliches Schreien bei Babys (15-30%)
– Müdigkeit oder Schläfrigkeit (15-30%)
– Appetitlosigkeit, besonders bei Kleinkindern (20-40%)
– Kopfschmerzen, hauptsächlich bei älteren Kindern und Erwachsenen (15-30%)
– Muskel- und Gelenkschmerzen (10-20%)
– Übelkeit oder Erbrechen (5-10%)
Gibt es schwerwiegendere Nebenwirkungen, die auftreten können?
Schwerwiegende Nebenwirkungen nach der Meningokokken-B-Impfung sind sehr selten. Fieberkrämpfe können bei etwa 1 von 1.000 bis 2.000 geimpften Kindern auftreten, insbesondere wenn die Impfung hohes Fieber verursacht. Diese sehen zwar beängstigend aus, hinterlassen aber in der Regel keine bleibenden Schäden.
Allergische Reaktionen auf Bestandteile des Impfstoffs sind möglich, aber extrem selten. Anaphylaktische Reaktionen (schwere, lebensbedrohliche allergische Reaktionen) treten bei weniger als 1 pro 1 Million Impfdosen auf. Menschen mit bekannten schweren Allergien gegen Bestandteile des Impfstoffs sollten vor der Impfung ihren Arzt informieren.
- Die #1 Marke bei Ärzten(1): Das Braun ThermoScan 7 Ohrthermometer ist klinisch validiert und bietet eine Genauigkeit, der Sie vertrauen können,...
- AGE PRECISION TECHNOLOGIE: Die Definition von Fieber ändert sich mit dem Alter(2), wenn ein Kind vom Neugeborenen bis zum Kleinkind...
- GENAUIGKEIT, DER SIE VERTRAUEN KÖNNEN: Klinisch nachgewiesen ebenso genau wie rektale Messungen bei Neugeborenen(3)
Wie unterscheiden sich die Nebenwirkungen je nach Alter?
Die Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen variiert je nach Altersgruppe. Säuglinge und Kleinkinder zeigen häufiger Fieber, Reizbarkeit, Appetitverlust und ungewöhnliches Schreien. Bei ihnen können die Nebenwirkungen auch intensiver sein, besonders wenn die Meningokokken-B-Impfung gleichzeitig mit anderen Routineimpfungen verabreicht wird.
Ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene berichten dagegen häufiger über Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie allgemeines Unwohlsein. Die lokalen Reaktionen an der Einstichstelle sind in dieser Altersgruppe oft ausgeprägter, während Fieber seltener auftritt als bei Kleinkindern.
Erklärung von Begriffen:
Häufige Fragen zum Thema „Nebenwirkung Meningokokken B Impfung“
1. Wie kann ich Fieber nach der Meningokokken-B-Impfung behandeln?
Bei Fieber nach der Impfung können fiebersenkende Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen in altersgerechter Dosierung gegeben werden. Viele Ärzte empfehlen sogar die vorbeugende Gabe von Paracetamol bei der Meningokokken-B-Impfung, besonders wenn sie gleichzeitig mit anderen Impfungen erfolgt. Die erste Dosis sollte möglichst zum Impfzeitpunkt oder kurz danach gegeben werden, gefolgt von 2-3 weiteren Dosen im Abstand von 4-6 Stunden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte auf leichte Kleidung und eine angenehme Raumtemperatur geachtet werden. Bei Fieber über 39,5°C, Fieber länger als 48 Stunden oder bei deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustands sollte ein Arzt konsultiert werden.
2. Unterscheiden sich die Nebenwirkungen zwischen den verschiedenen Meningokokken-B-Impfstoffen?
Ja, es gibt leichte Unterschiede im Nebenwirkungsprofil zwischen den beiden zugelassenen Impfstoffen Bexsero und Trumenba. Bexsero wird häufiger mit Fieber in Verbindung gebracht, besonders bei Säuglingen, wenn es gleichzeitig mit anderen Routineimpfungen verabreicht wird. Trumenba, der nur für Personen ab 10 Jahren zugelassen ist, verursacht seltener Fieber, aber häufiger starke Schmerzen an der Einstichstelle. Die Häufigkeit lokaler Reaktionen wie Rötung und Schwellung ist bei beiden Impfstoffen ähnlich. Die Entscheidung für einen der Impfstoffe hängt vom Alter ab und sollte mit dem Arzt besprochen werden, wobei Bexsero für ein breiteres Altersspektrum zugelassen ist.
3. Beeinflussen die Nebenwirkungen der Impfung ihre Wirksamkeit?
Nein, das Auftreten oder Ausbleiben von Nebenwirkungen sagt nichts über die Wirksamkeit der Impfung aus. Manche Menschen entwickeln einen starken Impfschutz ohne spürbare Nebenwirkungen, während andere trotz Reaktionen einen geringeren Schutz aufbauen können. Die Immunantwort ist individuell und hängt von vielen Faktoren ab, nicht nur von sichtbaren Reaktionen. Das Ausbleiben von Nebenwirkungen bedeutet also nicht, dass die Impfung nicht wirkt. Umgekehrt sind stärkere Nebenwirkungen kein Zeichen für einen besseren Schutz. Die Meningokokken-B-Impfung bietet bei den meisten Geimpften einen guten Schutz, unabhängig von den erlebten Nebenwirkungen.
4. Kann die Meningokokken-B-Impfung zusammen mit anderen Impfungen gegeben werden?
Ja, die Meningokokken-B-Impfung kann grundsätzlich zeitgleich mit anderen Impfungen verabreicht werden. Studien haben gezeigt, dass die gleichzeitige Gabe sicher ist und die Wirksamkeit der einzelnen Impfungen nicht beeinträchtigt. Allerdings steigt bei gleichzeitiger Verabreichung mit anderen Standardimpfungen im Säuglingsalter das Risiko für Fieber und andere systemische Reaktionen deutlich an. Aus diesem Grund empfehlen manche Ärzte, die Meningokokken-B-Impfung bei Säuglingen separat von anderen Impfungen zu geben oder prophylaktisch fiebersenkende Mittel zu verabreichen. Bei älteren Kindern und Erwachsenen ist die gleichzeitige Gabe meist problemlos möglich.
5. Wie lange dauern die Nebenwirkungen der Meningokokken-B-Impfung an?
Die meisten Nebenwirkungen der Meningokokken-B-Impfung sind vorübergehend und klingen innerhalb weniger Tage ab. Lokale Reaktionen wie Schmerzen, Rötung und Schwellung an der Einstichstelle bessern sich typischerweise innerhalb von 3-5 Tagen. Fieber tritt meist innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Impfung auf und hält selten länger als 48 Stunden an. Allgemeine Symptome wie Müdigkeit, Reizbarkeit oder Kopfschmerzen verschwinden in der Regel innerhalb von 1-2 Tagen. In seltenen Fällen kann an der Einstichstelle eine kleine, schmerzlose Verhärtung zurückbleiben, die mehrere Wochen bestehen kann, aber keine Behandlung erfordert. Nebenwirkungen, die länger als eine Woche anhalten, sollten ärztlich abgeklärt werden.
6. Gibt es langfristige Nebenwirkungen der Meningokokken-B-Impfung?
Nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand gibt es keine gesicherten Hinweise auf langfristige Nebenwirkungen der Meningokokken-B-Impfung. Die Impfstoffe wurden in umfangreichen klinischen Studien getestet und werden seit ihrer Zulassung kontinuierlich überwacht. Die beobachteten Nebenwirkungen sind fast ausschließlich kurzfristig und klingen innerhalb weniger Tage ab. Berichte über vermeintliche Langzeitnebenwirkungen wurden wissenschaftlich untersucht und konnten nicht bestätigt werden. Die Sicherheitsüberwachung der Impfstoffe wird kontinuierlich fortgesetzt, um auch seltene unerwünschte Wirkungen zu erfassen. Das Risiko schwerer Komplikationen durch eine Meningokokken-B-Infektion überwiegt bei weitem das Risiko möglicher Impfnebenwirkungen.
7. Wann sollte nach der Meningokokken-B-Impfung ein Arzt aufgesucht werden?
Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn folgende Symptome nach der Impfung auftreten: Fieber über 40°C oder Fieber, das länger als 48 Stunden anhält; Fieberkrämpfe oder andere ungewöhnliche neurologische Symptome; eine starke Schwellung, die über das gesamte Gliedmaß reicht oder sich verschlimmert; anhaltende Schrei-Episoden bei Säuglingen (länger als 3 Stunden); schwere allergische Reaktionen wie Atemnot, Gesichtsschwellungen oder Hautausschlag (diese erfordern sofortige Notfallbehandlung); ungewöhnliche Blutergüsse oder Blutungen; anhaltende Symptome, die nicht innerhalb einer Woche abklingen. In den meisten Fällen sind die Nebenwirkungen harmlos und selbstlimitierend, aber bei Unsicherheit ist es immer besser, ärztlichen Rat einzuholen.

Ahmad ist ein Student der Medizintechnik. Neben seinem akademischen Engagement verbringt er seine Freizeit mit Fachliteratur, Gesundheit, Journalismus und Fußball. Zur Redaktion von KlarGesund gehört er seit 2023.
Health-Disclaimer: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle aufgeführten Inhalte dienen zur neutralen Information und Weiterbildung. Sie stellen keinen medizinischen Rat dar.


Liebst Du