🕑 Letztes Update: 26. April 2025 von Ang. Dr. Ahmad Fulan
✅ Quellen wissenschaftlich geprüft durch Dr. Aydin Yelken
Die Milz ist ein wichtiges, aber oft übersehenes Organ, das im linken Oberbauch liegt. Sie spielt eine entscheidende Rolle für unser Immunsystem und die Blutfilterung, obwohl wir ohne sie leben können.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die Milz liegt im linken Oberbauch unter dem Zwerchfell, hinter dem Magen und neben der linken Niere.
- Sie hat normalerweise eine Größe von etwa 11×7×4 cm und wiegt bei Erwachsenen 150-200 g.
- Als Teil des Immunsystems filtert sie Blut und entfernt alte rote Blutkörperchen und Krankheitserreger.
- Die Milz dient als Blutspeicher und kann bei Bedarf zusätzliches Blut in den Kreislauf abgeben.
- Bei Verletzung oder Entfernung können andere Organe ihre Funktion teilweise übernehmen.
Wo genau befindet sich die Milz im Körper?
Die Milz liegt tief im linken Oberbauch, direkt unter dem Zwerchfell und hinter dem Magen. Sie befindet sich auf Höhe der 9. bis 11. Rippe und grenzt an die linke Niere und das Zwerchfell. Ihre versteckte Position zwischen anderen Organen und unter dem Rippenbogen bietet ihr Schutz, macht sie aber auch bei der Untersuchung schwerer zugänglich.
Bei gesunden Menschen ist die Milz von außen nicht tastbar, da sie vollständig vom linken Rippenbogen bedeckt wird. Nur wenn sie deutlich vergrößert ist (Splenomegalie), kann sie unter dem Rippenbogen hervortreten und bei der Untersuchung ertastet werden. Anatomisch liegt sie im linken oberen Quadranten des Abdomens (medizinisch: linker Oberbauch).
Wie groß ist die Milz und wie sieht sie aus?
Die Milz eines gesunden Erwachsenen hat etwa die Größe einer Faust. Sie ist ungefähr 11 cm lang, 7 cm breit und 4 cm dick. Das Gewicht liegt normalerweise zwischen 150 und 200 Gramm, kann jedoch je nach Körpergröße und Gesundheitszustand variieren.
Von der Form her ähnelt die Milz einer abgeflachten, länglichen Bohne. Sie hat eine gewölbte äußere Oberfläche (die an die Bauchwand und das Zwerchfell grenzt) und eine konkave innere Fläche mit einer sogenannten Milzpforte, wo Blutgefäße und Nerven ein- und austreten. Die Farbe der Milz ist dunkelrot bis purpurfarben, was auf ihren hohen Blutgehalt hinweist. Sie ist von einer dünnen, aber festen Kapsel umgeben, die das weiche, schwammartige Innere schützt.
Welche Funktionen erfüllt die Milz im Körper?
Die Milz erfüllt mehrere wichtige Aufgaben im Körper, vor allem für das Immunsystem und die Blutfilterung:
1. **Blutfilterung**: Die Milz funktioniert wie ein Filter, der alte und beschädigte rote Blutkörperchen aus dem Blutkreislauf entfernt. Sie baut diese ab und recycelt wichtige Bestandteile wie Eisen.
2. **Immunabwehr**: Als Teil des lymphatischen Systems enthält die Milz viele weiße Blutkörperchen, besonders Lymphozyten und Makrophagen. Diese erkennen und bekämpfen Krankheitserreger, die ins Blut gelangt sind. Die Milz ist besonders wichtig für die Abwehr von Bakterien, die eine Kapsel besitzen.
3. **Blutspeicher**: Bei gesunden Menschen speichert die Milz etwa 30-40 ml Blut. Bei Bedarf, zum Beispiel bei starkem Blutverlust, kann sie dieses Blut in den Kreislauf abgeben.
4. **Blutbildung bei Neugeborenen**: Vor der Geburt und kurz danach ist die Milz an der Bildung von Blutzellen beteiligt. Diese Funktion wird später vollständig vom Knochenmark übernommen.
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Was passiert, wenn die Milz entfernt wird?
Obwohl die Milz wichtige Funktionen erfüllt, ist sie kein lebenswichtiges Organ. Menschen können nach einer Milzentfernung (Splenektomie) weiterleben, da andere Organe des Immunsystems und die Leber einen Teil ihrer Aufgaben übernehmen.
Nach einer Milzentfernung:
– Ist das Immunsystem geschwächt, besonders gegenüber bestimmten Bakterien
– Übernimmt die Leber mehr von der Filterfunktion für alte Blutkörperchen
– Steigt das Risiko für bestimmte Infektionen lebenslang an
– Werden Impfungen gegen Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae empfohlen
– Ist bei Fieber schnelles ärztliches Handeln wichtig, da Infektionen schwerer verlaufen können
Menschen ohne Milz führen normalerweise ein normales Leben, müssen aber vorsichtiger bezüglich Infektionen sein und benötigen möglicherweise präventive Antibiotika.
Erklärung von Begriffen:
Häufige Fragen zum Thema „Milz wo im Körper“
1. Kann man Schmerzen in der Milz spüren, und wie fühlen sie sich an?
Ja, Schmerzen in der Milzregion können wahrgenommen werden, auch wenn die Milz selbst wenig Schmerzrezeptoren hat. Typischerweise äußern sich Milzschmerzen als dumpfer, manchmal stechender Schmerz im linken oberen Bauchquadranten oder linken Rippenbogen. Der Schmerz kann bis in die linke Schulter ausstrahlen (sogenannter Kehr-Schmerz). Häufig verstärken sich die Beschwerden beim tiefen Einatmen oder bei Druck auf die Region. Eine vergrößerte Milz kann auch ein Völlegefühl oder Druckempfinden verursachen, besonders nach dem Essen. Bei einer Milzruptur, etwa nach einem Unfall, sind die Schmerzen plötzlich und intensiv. Da Milzschmerzen verschiedene Ursachen haben können, solltest du bei anhaltenden Beschwerden im linken Oberbauch einen Arzt aufsuchen.
2. Welche Erkrankungen können die Milz betreffen?
Die Milz kann von verschiedenen Erkrankungen betroffen sein: Eine häufige Veränderung ist die Splenomegalie (Milzvergrößerung), die durch Infektionen (wie Mononukleose, Malaria), Lebererkrankungen, Bluterkrankungen (Leukämie, Lymphome) oder Autoimmunerkrankungen verursacht werden kann. Eine Milzruptur tritt meist nach stumpfen Bauchtraumata auf und stellt einen medizinischen Notfall dar. Milzinfarkte entstehen, wenn die Blutversorgung eines Milzbereichs unterbrochen wird, oft aufgrund von Blutgerinnseln. Milzzysten sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume in der Milz, die meist harmlos sind. Milzabszesse sind Eiteransammlungen, die durch bakterielle Infektionen entstehen. Bei einigen Blutkrankheiten wie der Immunthrombozytopenischen Purpura (ITP) oder hereditärer Sphärozytose kann die Milz zu viele Blutzellen abbauen, was ihre Entfernung notwendig machen kann.
3. Wie kann man seine Milz gesund halten?
Eine gesunde Lebensweise fördert auch die Milzgesundheit. Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung aller Organe, einschließlich der Milz. Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ausreichend Eisen unterstützt die Blutbildung und Immunfunktion. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr ist wichtig für eine gute Durchblutung. Da die Milz bei Kontaktsportarten verletzungsgefährdet ist, solltest du bei diesen Aktivitäten entsprechende Schutzausrüstung tragen. Regelmäßige Gesundheitschecks können helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen. Bei Infektionskrankheiten ist eine angemessene Behandlung wichtig, um Komplikationen vorzubeugen. Vermeide übermäßigen Alkoholkonsum, der Leber und Milz schädigen kann. Auch ein gutes Stressmanagement kann zur Gesundheit deines Immunsystems und damit der Milz beitragen.
4. Warum schwillt die Milz bei manchen Infektionen an?
Die Milz schwillt bei Infektionen an, weil sie als wichtiges Immunorgan aktiv an der Bekämpfung von Krankheitserregern beteiligt ist. Bei einer Infektion erhöht sich die Aktivität der Immunzellen in der Milz, was zu einer verstärkten Durchblutung und Ansammlung von Immunzellen führt. Die Milz filtert vermehrt Krankheitserreger aus dem Blut und baut infizierte oder beschädigte Blutzellen ab. Bei bestimmten Infektionen wie dem Pfeifferschen Drüsenfieber (Mononukleose) oder Malaria kommt es zu einer besonders deutlichen Milzvergrößerung. Die erhöhte Immunaktivität kann zu einer vorübergehenden Vergrößerung führen, die sich nach Abklingen der Infektion meist wieder normalisiert. In einigen Fällen kann eine anhaltende Infektion oder eine überschießende Immunreaktion zu einer chronischen Splenomegalie führen, die weitere medizinische Abklärung erfordert.
5. Was sind die typischen Anzeichen einer Milzverletzung?
Eine Milzverletzung, besonders eine Milzruptur, zeigt sich durch charakteristische Symptome: Starke, plötzlich einsetzende Schmerzen im linken Oberbauch, die oft in die linke Schulter ausstrahlen (Kehr-Zeichen). Die Bauchdecke wird hart und ist druckempfindlich. Bei stärkeren Blutungen kommt es zu Symptomen eines Blutverlusts: Blässe, Schwäche, Schwindel, schneller Puls und niedriger Blutdruck. Übelkeit und Erbrechen können auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium zeigen sich blaue Verfärbungen um den Bauchnabel (Cullen-Zeichen) oder in den Flanken (Grey-Turner-Zeichen) durch ausgetretenes Blut. Eine Milzruptur ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofortige medizinische Hilfe erfordert. Die Verletzung tritt häufig nach stumpfen Bauchtraumata auf, etwa bei Verkehrsunfällen, Sportverletzungen oder Stürzen.
6. Wie wird die Milz bei einer ärztlichen Untersuchung überprüft?
Bei der Untersuchung der Milz kombinieren Ärzte verschiedene Methoden: Die manuelle Untersuchung (Palpation) des linken Oberbauchs, bei der der Arzt versucht, die Milz unter dem Rippenbogen zu ertasten, besonders beim tiefen Einatmen. Eine normale Milz ist meist nicht tastbar. Durch Beklopfen (Perkussion) des linken Rippenbogens kann die Größe der Milz grob eingeschätzt werden. Für eine genaue Beurteilung werden bildgebende Verfahren eingesetzt: Ultraschall ist die erste Wahl, da es schnell, schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung eine gute Beurteilung ermöglicht. CT oder MRT bieten detailliertere Bilder und werden bei Verdacht auf Verletzungen oder Tumoren eingesetzt. Laboruntersuchungen des Blutes geben indirekte Hinweise auf die Milzfunktion, z.B. durch veränderte Blutzellzahlen. In speziellen Fällen kann eine Szintigraphie die Funktionsfähigkeit der Milz darstellen.
7. Welche besonderen Vorsichtsmaßnahmen sollten Menschen ohne Milz beachten?
Menschen ohne Milz (nach Splenektomie) müssen bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten: Impfungen gegen bekapselte Bakterien wie Pneumokokken, Meningokokken und Haemophilus influenzae sind essenziell und müssen regelmäßig aufgefrischt werden. Bei manchen Patienten wird eine Dauerprophylaxe mit Antibiotika empfohlen, besonders in den ersten Jahren nach der Operation oder bei Kindern. Fieber über 38°C sollte immer als Notfall betrachtet werden, da Infektionen schnell lebensbedrohlich verlaufen können (Overwhelming Post-Splenectomy Infection, OPSI). Ein Notfallausweis oder -armband sollte getragen werden, um medizinisches Personal zu informieren. Vor Reisen, besonders in Malariagebiete, ist eine ausführliche reisemedizinische Beratung wichtig. Regelmäßige Blutuntersuchungen helfen, Veränderungen im Blutbild frühzeitig zu erkennen. Mit diesen Vorsichtsmaßnahmen können die meisten Menschen ohne Milz ein normales, aktives Leben führen.

Ahmad ist ein Student der Medizintechnik. Neben seinem akademischen Engagement verbringt er seine Freizeit mit Fachliteratur, Gesundheit, Journalismus und Fußball. Zur Redaktion von KlarGesund gehört er seit 2023.
Health-Disclaimer: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Alle aufgeführten Inhalte dienen zur neutralen Information und Weiterbildung. Sie stellen keinen medizinischen Rat dar.


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